Newsletter 33

Im Fokus
Skin Cancer Research Award 2025 : Dr. PhD Ramon Stäger & PhD Aizhan Tastanova /
& ESMO Oktober 2025, Berlin

Skin Cancer Research Award 2025

Verliehen von Verein für Hautkrebsforschung:
(gestiftet von Pierre Fabre Suisse SA)

Preisträger
Dr. Ramon Stäger & Aizhan Tastanova, PhD, Dermatologische Klinik USZ

für das Projekt
“Tebentafusp elicits on-target cutaneous immune reposes driven by cytotoxic T-cells in uveal melanoma patients”.

Wir gratulieren herzlich 

MySkinCheck – Kampagne 2025 mit derma2go

Von Mai bis Juni 2025 fand erneut die My SkinCheck-Kampagne statt – mit Beteiligung verschiedener Mitglieder des VHKF. Die Kampagne wurde von derma2go gemeinsam mit La Roche-Posay, MSD, BMS sowie dem Universitätsspital Zürich, Luzerner Kantonsspital und Stadtspital Zürich organisiert.In Lausanne nutzten über 220 Teilnehmende das Angebot, ihre Muttermale vor Ort von Prof. Gaide und Dr. Greis überprüfen zu lassen – dabei konnten mehrere Hautkrebserkrankungen frühzeitig erkannt werden. 

Durch Aktionen an öffentlichen Orten und bei Sportevents wie den Läufen in Zürich und Lausanne wurde die Bevölkerung auf einfache und zugängliche Präventionsmöglichkeiten aufmerksam gemacht.

Die MySkinCheck-Kampagne ist im 2025 erneut auf grosses Interesse gestossen; die Anzahl der Checks hat sich gegenüber 2024 um 50 % erhöht; dies motiviert uns, auch in den nächsten Jahren diesen wichtigen Beitrag zur Prävention/Frühkennung zu fördern.

ESMO-Kongress 2025, 17.-21. Oktober, Berlin

Prof. R. Dummer fasst die wichtigsten Neuigkeiten zusammen
(Kongressbericht info@onco-suisse)

 

3.1. Was war Ihr persönlicher „ESMO-Moment“ – eine Begegnung, ein Zitat, ein Vortrag, den Sie nicht vergessen werden?

Der ESMO-Kongress hat sich in den letzten Jahren aus meiner Sicht sehr positiv entwickelt. Gleichzeitig kann die Grösse des Kongresses Herausforderungen mit sich bringen, insbesondere in einem etwas unübersichtlichen Kongresszentrum. Mein Überraschungsmoment war die Entfernung der einzelnen Vortragssäle voneinander, was eine genaue Planung der Sessions nötig machte.

3.2. Welche Resultate waren für Ihre tägliche Praxis potenziell „practice changing“?

Die Behandlung des metastasierten Aderhautmelanoms ist im Gegensatz zur Behandlung des kutanen Melanoms nach wie vor unbefriedigend. Die Überlebenskurven bleiben nach 3 Jahren mit weniger als 5% ernüchternd.
Sowohl Immuntherapien als auch lebergerichtete Verfahren wie die Leberperfusion werden derzeit eingesetzt. Jedoch wurde eine Kombination dieser Therapieansätze bis jetzt noch nicht systematisch im Rahmen einer Studie untersucht. Erstmals wurden nun Ergebnisse vorgestellt, die eine kombinierte Leberperfusion mit Chemotherapie plus Immuncheckpointblockade der alleinigen Immuntherapie gegenüberstellten. Es zeigte sich hier ein deutlicher Vorteil für die Perfusion zusammen mit der Immuntherapie.

Diese Erkenntnisse sind aus meiner Sicht klinisch relevant und sollten auch in der Schweiz rasch implementiert werden. Entsprechende regulatorische Schritte zur Bereitstellung dieser Therapieoption für betroffene Patientinnen und Patienten wurden bereits eingeleitet.

Zudem wurden neue Langzeitdaten zur adjuvanten Therapie im Stadium II vorgestellt, sowohl für Pembrolizumab als auch für Nivolumab. Beide Studien bestätigten die anhaltende Wirksamkeit über längere Nachbeobachtungszeiträume ohne neue Signale zu Nebenwirkungen. Diese Daten festigen den Stellenwert der adjuvanten Immuntherapie in dieser Patientengruppe.

3.3. Gab es überraschende Erkenntnisse – positiv oder negativ?

In den letzten 20 Jahren wurden zahlreiche Versuche zur Impfung gegen Krebs durchgeführt, die sämtlich ohne zufriedenstellende Ergebnisse und ohne ein Signal abgeschlossen wurden. Inzwischen sind verschiedene neue Impfverfahren in unterschiedlichen klinischen Studien erprobt worden, welche vielversprechende Ansätze mit klaren Zeichen für eine Wirksamkeit zeigen. Es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis wir die erste Impftherapie gegen Krebs sehen werden, die signifikante Vorteile bietet.

Ebenso interessant sind die die neuen Erkenntnisse zur Rolle des Mikrobioms und dessen Beeinflussung, zum Beispiel durch Nahrungsergänzungsmittel. Klinische Studien in diesem Bereich laufen, doch sichere Schlussfolgerungen lassen sich derzeit noch nicht ziehen. In der Praxis bleibt die Empfehlung einer abwechslungsreichen, vollwertigen Ernährung (mediterrane Diät) die sinnvollste Strategie.

3.4. Welche Fortschritte sehen Sie im adjuvanten / neoadjuvanten Bereich?

Im Bereich der neoadjuvanten Therapie des kutanen Melanoms standen zwei Beiträge im Fokus, welche die Kombination von zwei Immuncheckpoint-Inhibitoren (Ipilimumab/Nivolumab) gegenüber der Monotherapie vergleichen. Mit zunehmender Nachbeobachtungszeit zeigten sich die Unterschiede zwischen den Gruppen weniger ausgeprägt. Möglicherweise könnten Biomarker künftig dabei helfen, die passende Therapie gezielter auszuwählen. Die Arbeitsgruppe von Christian Blank aus den Niederlanden hat für die Patientenselektion Mutationslast und Interferon-gamma-Signaturen vorgeschlagen. Im Rahmen der längeren Nachbeobachtung wurden auch bestehende Zweifel an der Aussagekraft der pathologischen Teilregression neu beleuchtet. Patienten und Patientinnen, die früher einer kompletten Remission zugeordnet wurden, weisen heute teils einen anderen Verlauf auf. Möglicherweise ist die Prognose dieser Patientengruppe doch weniger positiv zu bewerten. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der neoadjuvante Therapieansatz dem herkömmlichen Vorgehen klar überlegen ist und das Rezidivrisiko um ca. 40% senken kann.

Für die adjuvante Therapie des primären Melanoms ohne Lymphknotenmetastasen (Stadium IIB und höher) wurden zwei grosse, prospektiv randomisierte Studien durchgeführt, die Anti-PD1-Antikörper (Pembrolizumab und Nivolumab) evaluieren. Zu beiden Studien wurden neue Daten zur Langzeitwirksamkeit publiziert, die im Wesentlichen die früheren Ergebnisse bestätigten. Beide Antikörper können das Rückfallrisiko in diesem Patientenkollektiv um circa 40 % reduzieren.

3.5. Gab es in Ihrem Fachgebiet spannende Entwicklungen zu Biomarkern oder molekularen Subgruppen?

Für die Behandlung des Melanoms stehen inzwischen mehrere relevante Biomarker zur Verfügung. Dazu zählen Mutationslast, Interferonsignatur und die Expression von PD-L1, welche allesamt als prognostische Parameter für das Ansprechen auf Immuntherapien herangezogen werden können.

Im Bereich des Aderhautmelanoms wird die regelmässige Messung der zirkulierenden Tumor-DNA (ctDNA) bereits empfohlen.

3.6. Wie beurteilen Sie die Bedeutung von Liquid Biopsies / ctDNA nach dem ESMO 2025?

ctDNA Untersuchungen gewinnen sowohl in der palliativen als auch in der adjuvanten Melanomtherapie zunehmend an Bedeutung und begleiten inzwischen viele Forschungsprojekte. Studien zeigen vielversprechende Ansätze, doch die Vergleichbarkeit wird durch den Einsatz unterschiedlicher Methoden und Technologien erschwert. In der Schweiz haben wir die besondere Situation, dass eine akkreditierte und standardisierte Untersuchungsmethode für die ctDNA-Analyse einiger relevanter Mutationen von der Firma Oncobit angeboten wird.

3.7. Welche Schweizer Beiträge (Studien, Poster, Vorträge) sind Ihnen aufgefallen?

Leider war die Zahl der Beiträge aus der Schweiz zum Thema Hautkrebs begrenzt. Neben der Studie des Universitätsspitals Zürich zur Behandlung des fortgeschrittenen Basalzellkarzinoms mit Sonidegib und Cemiplimab, stellte Prof. Lukas Flatz (St. Gallen/Tübingen) eine Studie zur intraläsionalen Anwendung eines rekombinanten Immunzytokins (Daromun) vor. Die spannenden Ergebnisse zeigten eine komplette Remissionsrate von ungefähr 50 %, allerdings mit begrenzter Dauer. Es bleibt abzuwarten, wie diese Therapieoption in zukünftige klinische Algorithmen integriert werden kann.

Berichte aus anderen Zentren

Klinik für Dermatologie und Allergologie, Universitätsspital Basel
Prof. Dr. med. Dr. sc. nat. Alexander Navarini, Chefarzt:

Theo Rufli Preis 2025 für Dr. med. Alina Torrez

Dr. Alina Torrez

Am Jubiläumsanlass der propatient Forschungsstiftung wurde der diesjährige Theo Rufli Preis an Dr. med. Alina Torrez verliehen. Der Preis erinnert an den langjährigen Basler Dermatologen Prof. Theo Rufli, der die Klinik über Jahrzehnte prägte – als Arzt, Forscher und Lehrer mit unverwechselbarem Humor und Leidenschaft für die Dermatologie. In seinen legendären Vorlesungen, die viele von uns noch persönlich erleben durften, verband er Wissenschaft, Geschichte und Menschlichkeit auf eindrückliche Weise.

Dr. Alina Torrez, Dermato-Onkologin und Clinician Scientist am Universitätsspital Basel, erhält den Preis für ihr translationales Forschungsprojekt „Mini-Tumore im Labor: Neue Wege zur Untersuchung von Hautkrebs“, das patientenbasierte 3D-Modelle nutzt, um biologische Mechanismen der frühen Tumorzellausbreitung
besser zu verstehen.

Die Preisvergabe würdigt ihre klinische und wissenschaftliche Exzellenz sowie ihr Engagement für patientennahe Forschung. Der Theo Rufli Preis wird künftig alle zwei Jahre verliehen. Unser Dank gilt der propatient Forschungsstiftung für die sorgfältige Begutachtung der eingereichten Projekte und der Familie Rufli für ihre grosszügige Unterstützung.

Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Kantonsspital St. Gallen
Prof. Dr. med. Dr. sc. nat. Antonio Cozzio, Chefarzt:

Ernst Hadorn Stiftung – Grant an Dr. med. Dr. sc. nat. Lukas Villiger

Dr. sc. nat. Lukas Villiger

Dr.med. Dr. sc .nat. Lukas Villiger hat für seine Projekte zur Retrotransposon-Biologie erfolgreich Drittmittel über die Ernst Hadorn Stiftung eingeworben und wird nun zum Projekt «Microbes as Co-Conspirators: Unraveling the Skin Microbiome in Tumor Immune Evasion» auch von der Forschungskommission HOCH St. Gallen ab 1. Januar 2026 mit einem Nachwuchsgruppenleiter Grant über maximal 3 Jahre unterstützt. Das Projekt untersucht den Einfluss des kutanen Mikrobioms auf die Krebsentstehung.
Die Finanzierungen erlauben eine «protected research time» in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in St. Gallen, in welcher Lukas Villiger derzeit die Facharztausbildung zum Dermatologen/Venerologen abschliesst. Wir gratulieren und sind gespannt auf Resultate aus dem Villiger Lab

6. Auszeichnungen / Personalia Mitglieder des VHKF

PD Dr. Lara V. Maul-Duwendag

Ernennung zum Junior Editor des JEADV per 01/2025

Chair und eingeladene Rednerin beim EADV Kongress in Paris, 09/2025

Andrea Roggo (Forschungsgruppe Dr. Dr. Egle Ramelyte)

Erhalt des Young Investigator Travel Award im Rahmen des WCCL (World Congress on Cutaneous Lymphoma), April 2024: “selected as outstanding by our Scientific Review Council”

SGDV Posterpreis Best Clinical research Projekt: Transcriptional States of Malignant Memory T-Cells Inform Targeted Therapy in CTCL

12th ADO Nachwuchs Retreat, Vortrag, 12.9.2025

7. Mitglieder-Versammlung 2026 – Save-The-Date: 23. Mai 2026, 13:00

Bereits können wir Ihnen das Datum der nächsten Mitglieder-Versammlung mitteilen: sie findet voraussichtlich am 23. Mai 2026, 13:00, per TEAMS, statt.


Wir wünschen weiterhin eine erfolgreiche Zeit und danken an dieser Stelle sehr für die stets anregende und nette Zusammenarbeit.