Die Früherkennung kutaner Lymphome ist weiterhin schwierig

Früherkennung von CTCL ist entscheidend

«Früherkennung von CTCL ist entscheidend!»
Warum, das erklärt Prof. Dr. med. Reinhard Dummer, Leiter des Hautkrebszentrums am Kantonsspital Aarau
Mediaplanet – Gesund im Alter
Text: Doreen Brumme

Interview im Mediplanet

Was bedeutet die Diagnose CTCL?
Mit einem primär kutanen T-Zell-Lymphom (CTCL) hat man eine seltene Hautkrebserkrankung, verursacht von den weissen Blutkörperchen, die in der Haut sitzen und zu Krebszellen entarten. Das häufigste Hautlymphom ist die Mycosis fungoides (MF), ein seltenes das Sézary-Syndrom (SS). Das Leid der davon Betroffenen ist gross, denn ihre Hauterkrankung ist offensichtlich und geht oft mit einem quälenden Juckreiz einher.

Warum ist die frühe Diagnose wichtig, aber schwer?
Beide Hautlymphome verlaufen in Phasen: Die MF zeigt sich zunächst mit Flecken (Patches) wie ein harmloser Ausschlag, ein Ekzem. Daraus entwickeln sich erhabene, schuppende Plaques, ähnlich einer Neurodermit

Später bilden sich Knoten (Tumoren). Während die MF in der «Dicke» wächst, tut es das SS in der «Fläche». Nach Flecken und Plaques röten und entzünden sich bis zu 80 Prozent der Haut (Erythrodermie). Das Risiko für gefährliche Infektionen ist extrem. Zwischen dem ersten Fleck und der Diagnose vergehen im Schnitt fünf Jahre. Das liegt an der Seltenheit der Erkrankungen und an ihrer anfänglichen Ähnlichkeit mit Ekzemen. Dabei erhöht eine frühe Diagnose und Behandlung die Chancen, das Hautlymphom unter Kontrolle zu bekommen. Umso entscheidender sind das fachärztliche Abklären ekzemartiger Hautveränderungen und ihre engmaschige Beobachtung.


Wie behandeln Sie CTCL?

Je nach Krankheitsstadium (Staging) stehen uns individualisierbare, kombinierbare Therapien zur Verfügung – von Kortisoncremes und -salben über Licht-, Radio- und Systemtherapien bis hin zur Stammzellentransplantation.

CTCL-Management 2026 versus 2016: Was hat sich verbessert?
Die seit einigen Jahren verfügbaren Antikörpertherapien bekämpfen krebskranke Zellen, ohne das Immunsystem zu schwächen. Sie wirken also besser und sind zudem verträglicher. Das ist ein Segen. Allerdings ist es wie bei allen seltenen Erkrankungen auch bei CTCL oft nicht einfach, die Patient:innen mit den besten Medikamenten zu versorgen. Manche sind hierzulande nicht zugelassen, andere werden nicht
von den Kassen bezahlt.

 

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